08.09.2026
„Das war zu befürchten. Nach dem schlechten Abschneiden der Neuntklässler in den MINT-Fächern bei der IQB-Sudie folgt nun der nächste Schock: Jeder dritte Jugendliche verfehlt inzwischen beim Lesen oder in Mathematik die Mindestanforderungen. Auch die soziale Herkunft in Deutschland entscheidet weiterhin besonders stark über den Bildungserfolg", so VBE-Vorsitzender Franz-Josef Meyer in seiner Stellungnahme zu den aktuellen PISA-Ergebnissen.“
Im Vergleich zu 2022 sind die Leistungen der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler in Mathematik um 11 Punkte und im Lesen um 15 Punkte gesunken. In den Naturwissenschaften liegt der Mittelwert 6 Punkte unter dem Wert von 2022. Damit lagen die Leistungen in allen abgeprüften Kompetenzbereichen nahe am OECD-Durchschnitt. (Rang 23, 24 und 25). An der Spitze stehen vor allem asiatische Bildungssysteme.
Meyer weiter: „Die PISA-Ergebnisse sind allerdings kein Zeugnis für schlechten Unterricht – sie sind eine Quittung für gesellschaftliche Entwicklungen. Denn wenn selbst die skandinavischen Vorbilder einbrechen, dann liegt das Problem nicht (nur) im Klassenzimmer. Das Aufwachsen in einer digitalen Umgebung, das damit einhergehende Umgehen mit Texten und künstlicher Intelligenz und die sinkenden Möglichkeiten familiärer Unterstützung wirken in die Schule. Wenn dann noch ein beispielloser Lehrkräftemangel und schlechte Ausstattung dazukommen, kann es Schule nicht gelingen, den Bildungserfolg vom sozio-ökonomischen Status der Eltern abzukoppeln.“
Weltweit ist das Zurückgehen der Lesekompetenz zu beobachten. Insbesondere die Kompetenzen zur kritischen Auseinandersetzung mit Themen sind gesunken. Wo das Bewerten, Verknüpfen und Reflektieren nicht mehr gelingt, haben Fake News leichtes Spiel. Das ist eine Gefahr für unser Zusammenleben und die Demokratie. Wir brauchen die Förderung des Erstkontakts mit Büchern und deutscher Sprache.
Meyer abschließend: „Alle Kinder brauchen Basiskompetenzen. Niedersachsen hat das erkannt und mit dem Fach "Sichere Basis" für die 1. und 2. Klassen und dem verstärkten Fokus auf Deutsch in der Sekundarstufe reagiert. Bis diese zusätzlichen Trainings sich auf die Schülerleistungen bei PISA positiv auswirken wird es dauern - das weiß auch die Kultusministerin. PISA 2025 zeigt (mal wieder) eine starke Abhängigkeit des Bildungserfolgs vom sozio-ökonomischen Status der Eltern. Der Leistungsabstand zwischen Begünstigten und Benachteiligten betrifft 125 Punkte, was einer halben Schulkarriere entspricht. Es ist frustrierend, dass es der Bildungspolitik nicht gelingt, diesen Abhängigkeitskreislauf zu durchbrechen. Das ist der eigentliche Skandal."
*www.oecd.org