13.08.2026

VBE-Landesvorsitzender Franz-Josef Meyer zur PK der Kultusministerin zum Schulstart:

„Trotz hoher Einstellungszahlen bleibt der akute Lehrkräftemangel!“

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„Auch wenn zum neuen Schuljahr 2000 Stellen ausgeschrieben sind, von denen aber erst 79% besetzt werden konnten, bleibt die Unterrichtsversorgung angespannt. Die statistische UV lag zuletzt bei 97,2%. Das bedeutet, dass der Unterricht auch weiterhin nicht vollständig abgedeckt werden kann und Stunden ausfallen müssen. Die Hoffnung auf sinkende Schülerzahlen ab 2028 darf nicht zum Anlass genommen werden, jetzt schon auf Einsparungen im Bildungsbereich zu spekulieren", so Meyer in seiner Bewertung der Zahlen.

Auch der Kultusministerin ist klar, dass die Lehrkräftegewinnung weiterhin eine "riesige Herausforderung" insbesondere in ländlichen Regionen und bestimmten Schulformen darstellt. Die Oberschulen hatten zuletzt nur eine UV von 92,7%. Da helfen auch keine neuen Qualifizierungswege, wie etwa der "Quereinstiegsmaster", um die Probleme zu lösen. Der Ausbau der multiprofessionellen Teams mit schulischer Schulsozialarbeit und pädagogische Mitarbeitende ist da schon eher hilfreich. Der VBE begrüßt die Ankündigung der Kultusministerin, auch zukünftig pro Jahr 100 zusätzliche Vollzeitstellen für schulische Sozialarbeit zu schaffen.

Meyer weiter: „Mangelverwaltung und Mehrarbeit werden auch im kommenden Schuljahr in vielen Schulen Realität sein. Besserung ist gerade bei den nicht-gymnasialen Schulformen im SEK-1-Bereich nicht in Sicht. Hinzu kommen neue Aufgaben etwa mit der flächendeckenden Einführung und Ausgabe digitaler Endgeräte für alle Schülerinnen und Schüler aufsteigend ab der 7. Klasse. Für einen sinnvollen Einsatz im Unterricht sind aber passgenaue Fort- und Weiterbildungsangebote notwendig, die bisher nicht ausreichend vorgehalten werden."

Mit weiteren Neuerungen wie den erweiterten Möglichkeiten für den Nachteilsausgleich und Notenschutz, die Einführung des Faches "Christliche Religion" sowie die Umsetzung des Gewaltpräventionserlasses werden demnächst auf die Schulen zusätzliche Aufgaben zukommen. Für die Grundschulen kommt noch die Umsetzung des Rechtsanspruches auf Ganztag und die Implementierung einer weiteren Stunde "Sichere Basis" hinzu. Fragt sich, wie unsere Schulen das alles ohne zusätzliches Personal umsetzen sollen?

Meyer abschließend: „Es ist jetzt schon absehbar, dass nicht alles, was Kultusministerin Julia Willie Hamburg ankündigt, wie erhofft "bei den Kindern und Jugendlichen" ankommt. Dafür fehlen einfach die personellen Ressourcen.
Mehr Unterrichtsqualität kann man nur erreichen, indem Lehrkräfte nur noch für das eingesetzt werden, wofür sie ausgebildet sind, nämlich Unterrichten!
Das bedeutet aber auch, sie von unterrichtsfremden Aufgaben und bürokratischen Verpflichtungen zu "befreien". Bürokratieabbau darf nicht länger ein inhaltsleeres Schlagwort bleiben. Reformen im Schulalltag müssen mit einer Reform der bürokratisch verkrusteten Strukturen beginnen."

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