15.06.2026
Bildungsministerkonferenz setzt auf Dreiklang aus sensibilisieren, stärken und schützen. „Die Empfehlungen der Bildungsministerkonferenz zielen in die richtige Richtung. Die Betonung der Erziehungspartnerschaft und der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung ist richtig. Sie verkennt aber die schulische Realität.
Weitere Fortbildungen anzubieten und Inhalte der Medienbildung in den Lehrplänen zu verankern sind reine Absichtserklärungen. Wir brauchen im Sinne von Verlässlichkeit und Verantwortungsübernahme aber klare Ansagen, wann das flächendeckend passiert, wie das umgesetzt wird und wer dafür verantwortlich ist", so Meyer mit Blick auf die aktuellen Empfehlungen der Bildungsministerkonferenz.
Die tägliche Bildschirmzeit am Smartphone beträgt bei den Zwölf- bis 19-Jähringen inzwischen durchschnittlich knapp vier Stunden. Häufig gelingt es Jugendlichen dabei nicht, ihre Nutzung von Social Media zeitlich zu begrenzen und mit den Eltern vereinbarte Nutzungszeiten einzuhalten. Neben den positiven Effekten einer altersangemessenen Social-Media-Nutzung zeigen wissenschaftliche Studien, dass sich insbesondere eine verfrühte und exzessive Social-Media-Nutzung auf die sozial-emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auswirkt. Ein intensiver und wenig regulierter Gebrauch kann mit erhöhtem sozialen Vergleichsdruck, Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls sowie mit Schwierigkeiten
im sozialen Miteinander verbunden sein. Schlafstörungen, Stress und Depressionen sind die
fatalen Folgen.
Meyer weiter: „Die KMK-Bildungsministerkonferenz setzt auf eine Stärkung der Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu einem reflektierten, kritischen und sicheren Umgang mit Social Media zu befähigen, ihre Medienkompetenz zu stärken und sie besser vor negativen Auswirkungen zu schützen. Es
geht um einen Dreiklang aus sensibilisieren, stärken und schützen."
Klar ist aber auch, ohne die Beteiligung und Einbindung der Elternhäuser wird es nicht gehen. Die BMK setzt auf eine "Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule". Gerade im Bereich der Medienbildung soll die Einbindung der Eltern intensiviert werden, wohlwissend, dass Medienerziehung maßgeblich von den Elternhäusern geprägt ist.
Meyer abschließend: „Absichtserklärungen reichen nicht. Die Lehrkräfte brauchen bei der rasanten Weiterentwicklung digitaler Möglichkeiten im Social-Media-Bereich und der Handynutzung einen rechtlich gesicherten Rahmen, wie sei damit umgehen sollen und sie erwarten Rückendeckung und Unterstützung durch die Politik durch qualitativ hochwertige
Fortbildungsangebote – um Schülerinnen und Schüler medienkompetent zu machen, ihre Resilienz zu fördern und letztlich einen souveränen Umgang mit digitalen Medien zu erreichen. Ansonsten bleibt von den vollmundigen Erklärungen nur heiße Luft."
* https://www.kmk.org/aktuelles/pressearchiv/