27.03.2026

Der VBe Schreibt:

Datenerhebung hat Priorität - Lehrkräftebildung nur Zweite Wahl

Überschrift

 
 

„Die Roadmap der Bildungsministerkonferenz (BMK) als Antwort auf die schwachen Ergebnisse des IQB-Bildungstrends 2024 soll “schnellstmöglich" eine Trendumkehr bei den Kompetenzrückgängen der Schülerinnen und Schüler erreichen*. Wir erinnern uns, dass jeder dritte befragte Neuntklässler die Mindeststandards in Mathematik für den mittleren Abschluss verfehlte. Es ist ein schwerer Fehler bei der Schwerpunktsetzung statt zunächst auf Lehrkräftebildung und Leitungshandeln zu setzen, die Datenerhebung und Bildungsforschung in den Mittelpunkt zu rücken", so Meyer in seiner Bewertung der BMK- Beschlüsse.

Die Roadmap bündelt die Ergebnisse eines gemeinsamen Arbeitsprozesses mit dem Bund unter Einbeziehung wissenschaftlicher Expertise und der Schulpraxis. Dabei wurden sieben Handlungsfelder identifiziert, die alle Ebenen des Bildungssystems betreffen und in ihrem Zusammenwirken die Bildungsqualität nachhaltig verbessern sollen. 

Um “zeitnah erste Fortschritte" zu ermöglichen konzentrieren sich die Länder zunächst auf drei zentrale
Handlungsfelder: Weiterentwicklung datengestützter Qualitätsentwicklung, Verbesserung der Lernvoraussetzungen und stärkere Nutzung von Bildungsforschung.

Meyer weiter: „Wie der "Transfer" von der Datenerhebung in konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Unterrichts gelingen soll ohne die in Schule tätigen Lehrkräfte in den Blick zu nehmen, bleibt unbeantwortet. Wie sollen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler verbessert werden, wenn die Lehrkräfte und das Leitungspersonal nicht adäquat darauf vorbereitet werden?"


Sprachbildung, Lehrkräftebildung und Leitungshandeln gehören "nur" zu den weiteren Handlungsfeldern und sollen in einem "länderoffenen Prozess" vertieft bearbeitet und in Verantwortung einzelner Länder koordiniert werden.

Die BMK benennt klare Aufträge an Bund, Länder und Kommunen mit dem Ziel jedem Kind eine Chance auf bessere Bildung unabhängig von Herkunft oder Startbedingungen zu ermöglichen. Außerdem soll in den nächsten zehn Jahren der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die die Mindeststandards nicht erreichen "deutlich" reduziert werden.

Meyer abschließend: „Der VBE begrüßt das Zusammenwirken der Länder mit klaren Aufträgen für die Weiterentwicklung des Bildungssystems. Konkrete, messbare Ziele sind dabei ein wichtiger Baustein. Es zeigt sich aber ein zentrales Missverständnis: Schule ist kein Selbstläufer, Daten allein erzwingen noch keinen besseren Unterricht. Wer bessere
Leistungen möchte braucht eine besser ausgestattete Schule mit bestmöglich vorbereiteten Lehrkräften, die in multiprofessioneller Zusammenarbeit das Lernen anleiten, begleiten, unterstützen und weiterentwickeln."

* https://www.kmk.org/aktuelles/pressearchiv/mitteilung/nach-iqb-bildungstrend-
bildungsministerkonferenz-beschliesst-roadmap.html


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