23.01.2026
„Die Aussichten sind frustrierend. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung zum kommenden Schuljahr ist derzeit bei einem Drittel der Grundschulen noch gar nicht gesichert. Es drohen Ungerechtigkeiten bei den Bildungsangeboten und unabsehbare zusätzliche logistische Herausforderungen für die Schulen,", so Meyer in seiner Bewertung der aktuellen, repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag des VBE-Bund* zum Ganztag.*
Schulleitungen, die angeben, dass kein ausreichendes Angebot vorgehalten werden kann, nennen als größte Herausforderungen bei der Umsetzung des Rechtsanspruches fehlende Räumlichkeiten (74%) und fehlendes Fachpersonal (64%). Die Hälfte der Befragten beklagen fehlende finanzielle Mittel. Bürokratische Hindernisse, unklare Regelungen und Schwierigkeiten mit dem Mittagessen sind weitere Gründe für Probleme bei der Umsetzung des Rechtsanspruches.
Meyer dazu: „Der VBE sieht die Bemühungen der Kommunen und die teilweise positive Entwicklung bei der Umsetzung des Ganztagsanspruches. Neben der Frage, wer übernimmt in welchen Räumen die professionelle Betreuung der Kinder, muss die Qualitätsdebatte neu entfacht werden. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung suggeriert pädagogische Angebote, aber am Ende wird nur die Verwahrung von Kindern zugesichert. Bei unzureichender Umsetzung wird die große Chance auf mehr Bildungsgerechtigkeit leichtfertig vertan.
Hinzu kommt die Erweiterung des Ganztagsangebotes auf den Freitag und teilweise auch in Ferienzeiten hinein. Es ist fraglich, ob dafür genügend pädagogisches Personal und Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Es kann nicht sein, dass diese Aufgabe den Schulen zusätzlich aufgebürdet wird. Hier sind die Kommunen gefragt für geeignetes Personal und passende Räumlichkeiten zu sorgen. In der Umfrage geben 25% der Schulleitungen an, dass zum Beginn des Rechtsanspruches die Betreuung von Grundschulkindern durch die Kommune nicht sichergestellt werden kann.
Meyer abschließend: „Selbst wenn es gelingt den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung "irgendwie" zu gewährleisten, wird das Qualitätsproblem in den Vordergrund rücken.
Die Frage, ob überhaupt ausreichend Personal gewonnen werden kann und welche pädagogische Qualifikation sie dann mitbringen, wird im Mittelpunkt der Diskussion stehen. Ein polizeiliches Führungszeugnis reicht vielleicht aus, um Kinder zu beaufsichtigen und zu verwahren, wird aber einem qualitativ hochwertigen und pädagogisch ausgerichteten Ganztag in keiner Weise gerecht. Gut ausgebildetes pädagogisches Personal, das die Kinder sicher begleitet, muss der Mindestanspruch für einen gelingenden Ganztag sein."
* www.vbe.de