23.01.2026

VBE-Landesvorsitzender Franz-Josef Meyer zum internationalen Tag der Handschrift:

„Die Abschaffung der Handschrift in Zeiten von KI ist ein Trugschluss!“

- Das Schreiben mit der Hand stärkt das Lernen und verbessert die Rechtschreibung -

 
 

„Wer die Buchstaben nicht formt, verliert auch beim Rechtschreiben an Sicherheit. Ohne Handschrift drohen Lücken im Fundament sprachlicher Bildung. Wer meint digitale Tools und KI ersetzen die Handschrift, der irrt gewaltig. Bei dieser unheilvollen Entwicklung müssen wir als Pädagogen entschieden gegensteuern", so Meyer in seinem Statement zum internationalen Tag der Handschrift am 23.01.2026.

Eine aktuelle Studie aus Norwegen zeigt erneut, dass Schreiben mit der Hand das Gehirn stärker aktiviert als Tippen. Die Forschenden verweisen darauf, dass es nicht die Technik – digitaler Stift oder Papier – sei, die den Unterschied macht, sondern die motorische Tätigkeit selbst. Beim Schreiben werden feinmotorische Bewegungen ausgeführt, Buchstaben geformt und visuelle Reize stärker verarbeitet. Die visuellen und motorischen Informationen, die durch die präzisen kontrollierten Handbewegungen beim Schreiben mit einem Stift gewonnen werden, tragen wesentlich zu den Konnektivitätsmustern des Gehirns bei, die das Lernen fördern.

Meyer: „Lehrkräfte klagen, dass die Handschrift zunehmend aus dem Schulalltag verdrängt wird. Im Digitalen ist das Tippen von Texten auf dem Vormarsch. Dabei geht es längst nicht nur um das Tempo und die Lesbarkeit. Auch die Rechtschreibkompetenz der Schülerinnen und Schüler bereitet Sorgen. Kinder und Jugendliche vertrauen beim Schreiben fast selbstverständlich auf die automatische Korrekturfunktion am Computer. Wenn diese fehlt, treten eklatante Lücken zutage – von der Groß- und Kleinschreibung bis zur Zeichensetzung.

Das Lernserver-Istitut von Prof. Schönweiss* hat das längst erkannt und bietet Lehrkräften Unterstützung bei der Sicherung von Rechtschreibkompetenzen an.
Prof. Schönweiss: „Dass die Schreibschrift abgeschafft werden könne, weil sie im digitalen Zeitalter schlicht überflüssig würde, ist leider ein Trugschluss. Gerade wer viel mit KI und technologischen Entwicklungen zu tun hat, merkt im Alltag schnell, dass Denkprozesse und über bloße Routinen hinausgehendes, perspektivisches Urteilen nicht ohne die wortwörtlich 'eigene Handschrift' auskommen."

Der VBE bietet in Kooperation mit dem Lernserver eine Online-Veranstaltung zum Thema „Wenn die Handschrift hinkt und stolpert - Ursachen und Korrekturmöglichkeiten" an. Referentin des 2-stündigen Webinars ist die ausgewiesene Expertin auf diesem Gebiet Maria-Anna Schulze-Brüning. Eingeladen sind Lehrkräfte der Grundschulen und SEK I-Schulen.
Termin: 26.02.2026, 16.00 Uhr - 18.00 Uhr, Anmeldung über die VBE-Länderakademie:
www.vbe-laender-akademie.de

* www.lernserver.de

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