13.01.2026

VBE-Landesvorsitzender Franz-Josef Meyer zur Diskussion um die schriftliche Division:

„Abkehr vom schriftlichen Dividieren entlastet die Grundschulen“

– VBE befürwortet den Verzicht auf das schriftliche Dividieren in der Grundschule –

 
 

„Der Aufschrei ist groß: Mit dem neuen Kerncurriculum Mathematik für die Grundschulen werde das schriftliche Dividieren abgeschafft und damit ein Grundpfeiler der mathematischen Basiskompetenzen gekappt. Tatsächlich setzt das Kultusministerium KMK-Vorgaben zur Mathematik um und verlegt das schriftliche Divisionsverfahren in die weiterführenden Schulen. In der Grundschule wird der Schwerpunkt auf das halbschriftliche Verfahren verlagert. Viele Mathelehrkräfte in den Grundschulen werden aufatmen, wenn sie ihre Schülerinnen und Schüler nicht mehr mit dem komplexen und fehleranfälligen Verfahren des schriftlichen Dividierens quälen müssen“, so Meyer in seiner Kommentierung.

Die KMK-Beschlüsse zu den Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler am Ende der Klassen 4 erreichen sollen, wurden 2022 auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse überarbeitet. Dazu gehört im Bereich „Rechenoperationen verstehen und beherrschen“ der Wegfall des schriftlichen Verfahrens beim Dividieren*. Die Division bleibt fester Bestandteil des Mathematikunterrichts – verlagert in den Sek.-I-Bereich.

Meyer weiter: „Es geht in der Mathematik um das Verständnis von Zahlen und nicht um eine Fertigkeit ohne mathematischen Mehrwert. Zu den Basiskompetenzen gehören sicher die schriftlichen Grundrechenarten und auch das auswendig gelernte Einmaleins. Es sind Verfahren, die man nicht verstehen, sondern nur sicher durchführen muss. Das kleine Einmaleins z. B. würde niemand abschaffen wollen. Denn ohne die Sicherheit im Einmaleins kann man später keine mathematische Aufgabe bearbeiten. Die schriftliche Division gehört zumindest in der Grundschule nicht dazu.“

Eine Grundrechenart ist mehr als nur ein schriftliches Verfahren. Wichtig ist, dass die Kinder bei allen Rechenarten das Operationsverständnis durchdringen – also wie, wann und warum wir zum Beispiel addieren oder dividieren. Die schriftlichen Verfahren sind dabei sekundär.
Beim halbschriftlichen Verfahren lernen Kinder Rechenwege selbstständig zu strukturieren, Zwischenschritte nachzuvollziehen und ein tieferes mathematisches Verständnis zu entwickeln – als Vorbereitung für den späteren sicheren Umgang mit schriftlichen Verfahren.

Meyer abschließend: „Wer von den Erwachsenen nutzt heute noch das schriftliche Dividieren im Alltag? Das Verfahren wird laut Umfragen kaum noch sicher beherrscht. Stattdessen greift man schnell zum Handy oder Taschenrechner. Die Kritiker des Wegfalls des schriftlichen Dividierens sollten sich dessen bewusst sein. Das Einüben schriftlicher Division ist in der Grundschule quälend und mit ständigem Wiederholen zeitaufwändig. Trotzdem wird es von vielen Schülerinnen und Schülern am Ende der Klasse 4 nicht beherrscht. Eine Verschiebung dieses komplexen Rechenverfahrens in die Sekundarstufe ist deshalb aus vielerlei Gründen die richtige Entscheidung.“

* KMK: https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2022/2022_06_23-Bista-Primarbereich-Mathe.pdf

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