21.08.2025

VBE-Landesvorsitzender Franz-Josef Meyer zum CDU-Forderung nach Eignungstests:

- „Kein Zurück zu Eignungstests und verbindlichen Gutachten!“

- VBE lehnt Forderung nach Aufnahmetests als Zugang zum Gymnasium ab -

 
 

„Der CDU-Vorschlag erinnert mich in alte Zeiten, als es noch Aufnahmeprüfungen und hohe Hürden mit verbindlichen Gutachten für eine Aufnahme ins Gymnasium gab. Nur mit besten Noten im Grundschulzeugnis war der Zugang zum Gymnasium garantiert. Diese Zeiten sind Gott sei Dank vorbei und dürfen auch nicht wiederbelebt werden“, so Meyer in seiner Stellungnahme zum CDU-Vorstoß.

Der Landesvorsitzende der CDU in Niedersachsen Christian Lechner hatte im Sommerinterview eine Verschärfung des Zugangs zum Gymnasium z.B. mit Aufnahmetests gefordert. Damit könne man erreichen, dass der Bildungsweg zu den Talenten passe. Zudem möchte er den Frust bei den Kindern verhindern, die überfordert sind und/oder abgeschult werden müssen.

Meyer dazu: „Viele Kinder stecken am Ende der Grundschulzeit noch mitten in ihrer schulischen Entwicklung. Sie dann mit Eignungstests zu drangsalieren, die über den künftigen schulischen Werdegang entscheiden sollen ist ungeeignet und nicht zielführend. Talente und Vorlieben für bestimmte Fächer sind am Ende der Grundschulzeit noch längst nicht ausgereift. Frust über schlechte Noten wird es auch dann geben, wenn vermeintlich nur „geeignete“ Schülerinnen und Schüler das Gymnasium besuchen.“

Eine Rückkehr zu Eignungstest würde eine Menge Mehrarbeit für die aufnehmenden Gymnasien bedeuten. Daher lehnt der Philologenverband aus gutem Grund eine solche Zugangsberechtigung ab – umgekehrt würde die Anfertigung verbindlicher Gutachten durch die Grundschullehrkräfte auch dort immense Mehrarbeit bedeuten.
Die Lehrkräfte arbeiten schon jetzt bei dem notorischen Lehrermangel am Limit. Viele Eltern werden sicher eine Ablehnung nicht akzeptieren und über Klagewege versuchen, die Aufnahme ins Gymnasium zu erzwingen. Auf die Landesschulbehörde würde dann eine Welle von Widersprüchen zurollen.

Meyer abschließend: „Mit Abschaffung der Orientierungsstufe im Jahre 2010 wurde die Chance auf ein längeres gemeinsames Lernen vertan. Zwei Jahre mehr Zeit hatten die Schülerinnen und Schüler, um sich für eine geeignete Schulform zu „orientieren“. Daher ist es nur folgerichtig die Eltern in enger Abstimmung und Beratung durch die Grundschullehrkräfte über den weiteren Schulbesuch ihrer Kinder entscheiden zu lassen.
Der VBE begrüßt in diesem Zusammenhang ausdrücklich Schulversuche mit einer sechsjährigen Grundschulzeit in Niedersachsen. Längeres gemeinsames Lernen hilft den Kindern und Eltern bei der Wahl der geeigneten Schulform und macht Eignungstests und Aufnahmegutachten überflüssig.“

Presse als PDF

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