13.08.2025

VBE-Landesvorsitzender Franz-Josef Meyer zur PK der Kultusministerin zum Schulstart:

„Der Fachkräftemangel bleibt und ist noch längst nicht gebannt!“

- Schülerzahlen steigen weiter an – Neues Modellprojekt für Schulen mit großen Problemen -

 
 

„Kultusministerin Julia Willie Hamburg hat in der Landespressekonferenz zum Schulstart gleich klargestellt, dass der Fachkräftemangel unsere Schulen noch lange begleiten wird.
Trotz hoher Einstellungszahlen bleibt die Situation in der Unterrichtsversorgung weiterhin angespannt. Rückläufige Gesamtschülerzahlen erwartet die Ministerin „voraussichtlich“ erst ab 2034. Keine guten Aussichten für die nächsten Jahre. Den Schulen bleibt nur das Prinzip Hoffnung auf spürbare Verbesserungen“, so Meyer in seiner Kommentierung der Pressekonferenz.


Zum Schuljahresbeginn 25/26 konnten von 1600 ausgeschriebenen Stellen bisher 1414 (88%) besetzt werden. Ein deutlich besserer Wert als noch im vergangenen Jahr. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, dass gerade an den Schulen mit den größten Herausforderungen (Oberschulen und Förderschulen) mit einer Einstellungsquote von 86% bzw. 79% noch viele Stellen unbesetzt sind.

„Nie zuvor war soviel Personal in den niedersächsischen Schulen tätig, allerdings sind es viele pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unterschiedlicher Qualifikation, die den Unterrichtsbetrieb in Gang halten. Bei der gern verwendeten Bezeichnung „multiprofessionelle Teams“ muss die Betonung wohl eher auf „multi“ statt auf „professionell“ liegen. Die Unterrichtsqualität jedenfalls lässt sich durch immer mehr nicht pädagogisch ausgebildetes Personal nicht verbessern“.

Zu den besonderen Herausforderungen gehören bei der Unterrichtsversorgung die „regionalen Disparitäten“. Es gibt ein Stadt-Landgefälle mit „weniger nachgefragten Regionen“ bei der Einstellungspraxis. Hier will das Kultusministerium ein Modellprojekt starten und Schulen mit besonders schlechter Unterrichtsversorgung mehr unterstützen.
Durch zusätzliches Personal sollen Schulleitungen und Lehrkräfte von Aufgaben entlastet werden. Es werden aber vorerst nur 15 Schulen in den Genuss dieser besonderen Unterstützung kommen. Ein Tropfen auf den heißen Stein.

Meyer abschließend: „Trotz aller Bemühungen schafft es das Kultusministerium nicht mit den steigenden Schülerzahlen durch steigende Einstellungszahlen Schritt zu halten. Der Lehrkräftemangel wird uns also auch in den kommenden 10 Jahren begleiten. Deshalb müssen andere Wege der Unterstützung gefunden werden. Eine große Hilfe wäre es, wenn alle Schulen in allen Klassen Assistenzkräfte bekommen, um die Lehrkräfte im Unterricht bei den vielen Schülerinnen und Schülern mit den sehr unterschiedlichen Förderbedarfen zu unterstützen. Das ist schon in einigen Regionen Niedersachsens inbesondere an Grundschulen erfolgreich umgesetzt worden.“

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