05.12.2023

VBE-Landesvorsitzender Franz-Josef Meyer zur aktuellen Pisa-Studie:

„Neuer PISA-Schock durch Absturz auf niedrigste Werte in allen Tests!“

- Lernrückstände bis zu einem Jahr in Mathe, Lesen und Naturwissenschaften -

 
 

„Die heute veröffentlichten Ergebnisse von PISA 2022, einer internationalen Testung von 15-Jährigen auf ihre mathematischen und naturwissenschaftlichen Fähigkeiten sowie ihre Lesekompetenz zeigt: Die Durchschnittsergebnisse in Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften sind deutlich schwächer als 2018 und entsprechen dem Lernfortschritt eines halben bzw. ganzen Schuljahres.
Das sind die niedrigsten Werte seit Beginn von PISA im Jahre 2000. Es geht also weiter
abwärts mit den Leistungen in den Basiskompetenzen. Das war absehbar, aber in der
Dimension ein Debakel für das deutsche Schulsystem“, so Meyer zur PISA-Ergebnisse.

In Mathe verfehlen 30% der Jugendlichen die Mindestanforderungen, im Lesen sind es 25%, in den Naturwissenschaften 23%. Seit dem letzten PISA-Test 2018 haben sich die Werte noch mal um bis zu 9% (Mathe) verschlechtert. Da ist es auch kein Trost, dass Deutschland damit im internationalen Vergleich im Durchschnitt liegt.

Meyer weiter: „Was die sozial benachteiligten Schülerinnen und Schüler betrifft, gibt es keine Verbesserungen. Dieser Wert verharrt auf einem hohen Niveau von 25% gegenüber den sozial privilegierten Schülerinnen und Schülern, bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist der Unterschied sogar 42%. Pisa 2022 zeigt, dass hier weiterhin dringender Handlungsbedarf besteht.“

Die Gründe für das schlechte Abschneiden sind im Lehrkräftemangel und den Folgen der Einschränkungen während der Coronapandemie zu suchen. 71% der Befragten gaben an, dass ihre Schule zur Corona-Zeit mehr als drei Monate geschlossen war, im OECD- Durchschnitt gaben dies nur 51% an. Diese Gruppe war also besonders stark von den
Schulschließungen und den Lernrückständen betroffen.  Aber auch drei Viertel von ihnen sehen den Schulunterricht durch den Lehrkräftemangel beeinträchtigt, bei der Testung 2018 gaben dies nur 57% an. Zudem beklagen 25% Unterricht durch ungenügend ausgebildete Lehrkräfte.

Meyer abschließend: „Jetzt zeigt sich, was Mangel heißt. Vertretungsstunden und Schulausfall haben Konsequenzen! Die Politik sollte das als schrillen Warnruf annehmen, ihre Bemühungen bei der Bekämpfung des Lehrkräftemangels noch deutlich auszuweiten. Es reichen nicht die üblichen Schock-Reflexe mit dem Ruf nach Fokussierung auf Basiskompetenzen. Unsere Kinder und Jugendlichen brauchen eine ganzheitliche Bildung inkl. Sprachen, Kunst und Musik. Um das PISA-Tal zu überwinden, muss ein PISA -Ruck durch Deutschland gehen. Dazu sind alle Bildungsbeteiligten aufgerufen.“

Presse als PDF

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